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Achtung, Wildwechsel: So reagieren Autofahrer richtig

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ARAG Experten erklären, wie man im Herbst sicher durch die Brunftzeit kommt
ARAG Experten erklären, wie man im Herbst sicher durch die Brunftzeit kommt
Morgengrauen, eine leere Landstraße, Nebel, das Navi zeigt noch 20 Minuten bis zur Arbeit an – und plötzlich steht ein Reh mitten auf der Fahrbahn. Solche Situationen sind im Herbst keine Seltenheit: Rund 222.000 Wildunfälle verzeichnete der Deutsche Jagdverband in der Saison 2024/2025. Denn ausgerechnet jetzt sorgen Brunft, Maisernte und immer früher einsetzende Dunkelheit dafür, dass deutlich mehr Wildtiere die Straßen kreuzen – und das oft genau in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs. ARAG Experten erklären, worauf es jetzt ankommt: vor, während und nach der Kollision.

Warum ist der Herbst besonders gefährlich?
Wer glaubt, Wildunfälle seien ein Problem der Nacht, irrt. Im Herbst fallen die Dämmerungsphasen, in denen viele Wildtiere am aktivsten sind, direkt in den morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Hinzu kommt die Brunftzeit von Rot- und Damwild, die für deutlich mehr Tierbewegungen zwischen Waldabschnitten sorgt. Wildschweine gesellen sich etwas später hinzu – ihre sogenannte Rauschzeit liegt zwischen November und Januar. Doch schon jetzt werden sie durch die Maisernte aufgescheucht: Denn solange der Mais auf den Feldern steht, bietet er den Tieren ideale Deckung und Nahrung. Ist er geerntet, verlieren sie diesen Rückzugsort und weichen in den Wald aus. Kurz gesagt: Auf deutschen Landstraßen ist in den kommenden Wochen tierisch viel Bewegung.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist so simpel wie unbequem: langsamer fahren. Selbst bei 80 Stundenkilometern beträgt der reine Bremsweg ohne die Reaktionszeit noch rund 60 Meter. Gefahrensituationen entstehen aber oft auf deutlich kürzerer Distanz. ARAG Experten raten deshalb, in Waldgebieten und an Feldrändern konsequent vom Gas zu gehen. Besondere Vorsicht gilt auf neu gebauten Straßen durch Waldabschnitte: Dort fehlen Warnschilder oft noch und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist häufig noch zu hoch angegeben.

Wie reagiert man am besten?
ARAG Experten empfehlen, nicht nur die Fahrbahn selbst, sondern auch Wald- und Straßenränder aktiv im Blick zu behalten. Taucht ein Tier auf, gilt: Fernlicht abblenden, denn Rehe und Hirsche erstarren im Scheinwerferlicht. Gleichzeitig bremsen und kräftig hupen. Und unbedingt mit Nachzüglern rechnen, da Wildtiere sich selten allein bewegen. Sollte ein Aufprall unvermeidbar sein und bleibt keine Zeit mehr zum Ausweichen, ist das Wichtigste: die Nerven behalten. Lenkrad festhalten, Spur halten, kontrolliert bremsen. Der Instinkt, dem Tier auszuweichen, kann gefährlich werden: Ein abruptes Ausweichmanöver führt häufig zu schwereren Unfällen als die Kollision selbst. Nach dem Aufprall sofort den Warnblinker einschalten und die Unfallstelle absichern. Das Warndreieck gehört innerorts 50 Meter hinter die Unfallstelle, auf der Landstraße 100 Meter und auf der Autobahn mindestens 150 Meter.

Auf was ist nach einem Unfall rechtlich zu achten?
Einfach weiterfahren ist keine Option, auch wenn Tiere juristisch keine „Geschädigten" sind und es deshalb keine klassische Fahrerflucht darstellt. In den meisten deutschen Bundesländern gilt dennoch eine Meldepflicht für Wildunfälle. Die ARAG Experten raten, den Unfall stets bei der Polizei oder der zuständigen Behörde zu melden. Diese koordinieren alle weiteren Schritte und benachrichtigen den zuständigen Jagdpächter.

Wichtig: Verletzte Wildtiere dürfen weder mitgenommen noch verfolgt werden. Das Bergen ist ausschließlich Aufgabe des Jägers. Ebenfalls tabu ist es, totes Wild einzuladen: Es gehört dem Jagdpächter, und wer es mitnimmt, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Wer ein angefahrenes Tier verletzt am Ort zurücklässt, kann zudem wegen Tierquälerei belangt werden.

Wie läuft die Regulierung über die Versicherung?
Für die Schadensregulierung über die Teilkaskoversicherung brauchen Betroffene eine offizielle Unfallbescheinigung, die von der Polizei oder dem Jagdpächter ausgestellt wird. Die ARAG Experten empfehlen außerdem, den Unfallort, das Fahrzeug und – wenn möglich – das Tier zu fotografieren. Diese Dokumentation beschleunigt die Abwicklung erheblich und schützt vor Rückfragen der Versicherung.

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(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
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