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Wärmepumpe nachrüsten, bevor das Haus energetisch saniert ist

• Initiative Wärme • 2 Min. Lesezeit
Einbau einer Wärmepumpe
Einbau einer Wärmepumpe
Muss ein Haus erst vollständig saniert sein, bevor eine Wärmepumpe eingebaut werden kann? Nicht unbedingt. Wer sein Gebäude schrittweise energetisch modernisieren möchte, kann schon vorher auf eine Wärmepumpe setzen. In Kombination mit einer bestehenden Gas- oder Ölheizung, als sogenannte Hybridheizung, lässt sich die neue Anlage bereits auf den künftig geringeren Wärmebedarf auslegen. Die vorhandene Heizung übernimmt zunächst die Spitzenlast. So gelingt der Umstieg schrittweise.

Warum die richtige Dimensionierung wichtig ist

Ein älteres, noch nicht gedämmtes Haus benötigt häufig deutlich mehr Heizleistung als nach einer energetischen Sanierung. Soll eine Wärmepumpe das Gebäude schon heute allein beheizen, muss sie entsprechend leistungsstark ausgelegt werden. Werden später beispielsweise die Fassade gedämmt und die Fenster erneuert, sinkt der Wärmebedarf. Die eingebaute Wärmepumpe kann dann überdimensioniert sein. Das kann zu häufigem Ein- und Ausschalten, dem sogenannten Takten, führen und die Effizienz beeinträchtigen. „Eine Wärmepumpe sollte nicht nur zum heutigen Gebäude passen, sondern auch zu seinem künftigen energetischen Zustand“, erklärt Hans-Jürgen Nowak, Experte der Initiative WÄRME+. „Bei geplanten Sanierungen sollte die Heiztechnik darauf abgestimmt sein.“

Wie funktioniert die Hybridheizung?

Bei einer Hybridheizung arbeiten Wärmepumpe und die vorhandene Gas- oder Ölheizung zusammen, wobei die Wärmepumpe möglichst viel der Wärmeversorgung übernimmt. Reicht ihre Leistung an besonders kalten Tagen nicht aus, springt die bestehende Heizung ein. So kann die neue Wärmepumpe bereits auf den nach der Sanierung erwarteten Wärmebedarf ausgelegt werden. Ist das Haus dann zu einem späteren Zeitpunkt energetisch modernisiert, kann sie die Wärmeversorgung in der Regel allein übernehmen.

Ist das Haus für eine Wärmepumpe geeignet?

Ein einfacher Test liefert erste Anhaltspunkte: „Wird im Winter während einer Kälteperiode über mehrere Tage mit Außentemperaturen unter null Grad die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung auf etwa 55 Grad gesenkt und bleiben alle Räume ausreichend warm, sind die Voraussetzungen häufig günstig“, so Nowak. Ob eine Wärmepumpe das Haus künftig allein beheizen kann und welche Leistung sie benötigt, sollte ein Fachbetrieb anhand der Heizlast und der geplanten Sanierungsmaßnahmen prüfen.

Welche Förderung gibt es?

Auch die Ergänzung einer bestehenden Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe kann staatlich unterstützt werden. Über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) erhalten Eigentümer derzeit grundsätzlich 30 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss. Gefördert wird der erneuerbare Anlagenteil, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Für 2027 sind Änderungen bei den Förderbedingungen angekündigt, eine Beratung durch einen zertifizierten Energieberater ist deshalb sinnvoll.

„Eine Hybridheizung kann eine gute Übergangslösung sein, wenn die energetische Sanierung eines Hauses über mehrere Jahre erfolgt“, so Nowak. „Entscheidend ist, dass die Wärmepumpe von Anfang an richtig dimensioniert wird. So lässt sich vermeiden, dass sie nach der Sanierung unnötig groß ist.“

Weitere Informationen zur Wärmepumpe und anderen elektrischen Heizsystemen bietet die Initiative WÄRME+ unter www.waerme-plus.de

(Bildquelle: Vaillant)
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