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Nach ANINOVA-Aufdeckung: Sauenhaltung in Halver beendet - Betrieb auf Schweinemast umgestellt

• ANINOVA e.V. • 3 Min. Lesezeit
Schwein in dem von ANINOVA aufgedeckten Betrieb in Halver.
Schwein in dem von ANINOVA aufgedeckten Betrieb in Halver.
Die Tierrechtsorganisation ANINOVA hatte im Oktober 2025 erschütternde Aufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht. Das Material zeigte unter anderem verletzte und abgemagerte Schweine, tote und teilweise verweste Ferkel, erhebliche hygienische Probleme sowie massive bauliche Mängel. Interne Prüfunterlagen, die ANINOVA später zugespielt wurden, zeigten zudem, dass der Betrieb bereits seit Jahren wiederholt bei Kontrollen aufgefallen war. Den damaligen Unterlagen zufolge wurden dort zeitweise rund 440 Sauen und 2.300 Ferkel gehalten.

Der Betreiber ist zugleich Funktionär des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V. und als Geschäftsführer für die Kreisverbände Ahrweiler und Mayen-Koblenz tätig. Diese Verbindung hatte nach der Veröffentlichung zusätzlich für Kritik gesorgt. Auch das privatwirtschaftliche Kontrollsystem QS Qualität und Sicherheit hatte nach Bekanntwerden der Missstände reagiert und den Betrieb gesperrt. Das QS-Siegel hat der Betrieb nach aktuellem Stand weiterhin nicht zurückerhalten.

Nun steht fest: Die Schweinezucht wurde vollständig eingestellt. Im Februar 2026 befanden sich noch letzte Sauen im Betrieb, bei der Kontrolle am 5. August wurden keine Sauen mehr vorgefunden. Teile der früheren Zuchtsauenbereiche werden inzwischen für Mastschweine genutzt. Bei der jüngsten Kontrolle wurden unter anderem die Zahl der Fressplätze und Tränken, die Spaltenbreiten sowie die Belegdichte überprüft. Beanstandungen gab es dabei nicht.

Im Jahr 2026 kontrollierte das Veterinäramt den Betrieb zweimal, am 18. Februar und am 5. August. Bei beiden Routinekontrollen wurden keine neuen Verstöße festgestellt. Die nach den früheren Missständen angeordneten Auflagen seien vollständig umgesetzt worden. Nach Angaben des Veterinäramtes seien darüber hinaus Veränderungen an der Betriebsstruktur vorgenommen worden. Neue Auflagen oder Ordnungswidrigkeitenverfahren seien im Jahr 2026 nicht hinzugekommen.

ANINOVA geht davon aus, dass auch die Konsequenzen aus den früher festgestellten Missständen eine Rolle bei der Aufgabe der Sauenhaltung gespielt haben könnten. Die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben und der behördlichen Auflagen hätte insbesondere in der Sauenhaltung entsprechende Veränderungen und Anpassungen erforderlich gemacht.

"Dass die Sauenhaltung jetzt vollständig beendet ist, begrüßen wir. Wir gehen davon aus, dass auch die behördlichen Auflagen und die Anforderungen an eine gesetzeskonforme Haltung bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. "Allerdings werden dort weiterhin rund 500 Schweine gemästet. Das Tierleid ist damit nicht beendet."
ANINOVA hatte nach der Veröffentlichung im Oktober 2025 Strafanzeige erstattet und umfangreiches Video- und Beweismaterial an die Staatsanwaltschaft Dortmund übermittelt. Die Ermittlungen der ZeUK NRW dauern weiterhin an. Bereits vor der Veröffentlichung durch ANINOVA war der Betrieb wiederholt bei behördlichen und privatwirtschaftlichen Kontrollen aufgefallen. Nach der Aufdeckung wurden bei einer Kontrolle des Veterinäramtes erneut Tierschutz- und Hygienemängel festgestellt und Auflagen erteilt..

"Der Fall zeigt, dass Missstände Konsequenzen haben müssen", so Peifer. "Am wirkungsvollsten lässt sich Tierleid verhindern, indem Tiere gar nicht erst für unsere Ernährung genutzt werden. Eine vegane Lebensweise ist dafür der konsequenteste Weg."

Weitere Informationen und Videomaterial zu dem Fall sind hier zu finden.


Foto- und Videomaterial steht für die redaktionelle Berichterstattung zur Verfügung.

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