Vier Gespräche, vier unterschiedliche Blicke auf die Praxis des Gründens: Die Founder Talks haben im September 2026 Themen aufgegriffen, die Startups und Existenzgründende beschäftigen. Es ging um Startup-Finanzierung und Fundraising, um Franchising als Weg in die Selbstständigkeit, um Gründungsförderung im ländlichen Raum – und um eine Energiewende-Lösung aus Konstanz.
Startup-Finanzierung: Vorbereitung vor dem Investorengespräch
Barbara Fischer, Startup-Beraterin und Gründerin von arena ventures, begleitet seit mehr als zehn Jahren Finanzierungsrunden. Im Founder Talk räumt sie mit der Vorstellung auf, ein gutes Pitchdeck und einige Investorentermine reichten für erfolgreiches Fundraising aus. Ihre Erfahrung: Für eine Finanzierungsrunde sollten Startups sechs bis acht Monate einplanen.
Fischer empfiehlt eine Liste mit 30 bis 40 potenziellen Investoren. Entscheidend sei die Passung: Branche, Investitionsphase, Ticketgröße und Geschäftsmodell müssen zusammenpassen. Dazu kommen ein belastbarer Finanzplan und eine tragfähige rechtliche Grundlage. Startup-Finanzierung, so Fischers Botschaft, beginnt lange vor dem Pitch.
Franchising: Ein System ersetzt nicht den Unternehmer
Einen anderen Zugang zur Selbststätndigkeit beschreibt Professorin Veronika Bellone. Die Franchise-Expertin beschäftigt sich seit vier Jahrzehnten mit Franchising und vergleicht das Modell mit einem Navigationssystem: Die Route ist erprobt, fahren muss man trotzdem selbst.
Ein etabliertes Geschäftsmodell und erprobte Abläufe können den Einstieg erleichtern. Bellone rät allerdings, genau hinzusehen: Wie wirtschaftlich ist das System? Was leisten die Gebühren? Worin liegt der Wettbewerbsvorteil – und entwickelt sich das Konzept weiter? Ebenso wichtig ist die Frage, ob die Regeln und Spielräume eines Franchisesystems zur eigenen Vorstellung von Unternehmertum passen. Am 7. Oktober 2026 vertieft Bellone das Thema bei einem Impulsnachmittag in Singen.
Gründungsförderung abseits der Metropolen
Dass ein Startup-Ökosystem nicht zwingend eine Großstadt braucht, zeigt das Gespräch mit Sonja Schwarzkopf vom Incubator Village Beeskow. In Brandenburg treffen Coworking und digitale Formate auf persönliches Mentoring und regionale Kontakte. Schwarzkopf berichtet aus der Praxis der Gründungsförderung und beschreibt, warum ehrliches Feedback für Startups oft wichtiger ist als noch mehr Information.
Damit stellt sich auch eine Frage regionaler Wirtschaftsförderung: Wie lassen sich Gründungen im ländlichen Raum unterstützen und regionale Wertschöpfung stärken?
Komplettiert wurde der September von Patrick-Noël Horstmeier, Mitgründer der levo GmbH in Konstanz. Er sprach über eine Softwarelösung, die Photovoltaik auf Mehrparteienhäusern einfacher umsetzbar machen soll.
Alle Gespräche sind bei den Founder Talks als Podcast und redaktionelle Beiträge abrufbar. Moderiert werden sie von Founder Talks-Host Holger Hagenlocher.
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
Founder Talks im September: Startup-Finanzierung und Franchising im Mittelpunkt