Innovation ist kein Selbstzweck. Und Zukunftsmut besteht nicht darin, Probleme kleinzureden. Zwei Gespräche bei den Founder Talks im Oktober 2026 nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen – und landen doch an ähnlichen Punkten: Es braucht mehr Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen, Neues auszuprobieren und technische Möglichkeiten mit konkretem Nutzen zu verbinden.
Vom Zukunftsfrust zum Zukunftsmut
Achim Kampker, Professor an der RWTH Aachen und Mitgründer der StreetScooter GmbH, spricht über Innovation, Unternehmertum und die Frage, warum Deutschland vorhandenes technologisches Potenzial oft nicht konsequent nutzt. Forschung, Ingenieurswissen und gute Ideen seien vorhanden. Schwieriger werde es beim Transfer in Unternehmen und vor allem bei der Skalierung.
Kampker kritisiert eine „perfektionierte Langsamkeit“ und eine Kultur, in der Regeln und Absicherung Entscheidungen erschweren. Kapital sei grundsätzlich vorhanden, sagt er. Entscheidend sei, ob es in technologieorientierte Startups und neue Unternehmen fließe und ob unternehmerisches Risiko wieder stärker akzeptiert werde.
Sein Zukunftsmut ist kein Wohlfühlbegriff. Gemeint sind Durchhaltevermögen, die Bereitschaft zuzuhören und ein gutes Team aufzubauen. Eine neue Gründerzeit brauche deshalb nicht nur Förderprogramme, sondern auch mehr gesellschaftliche Anerkennung für Unternehmertum.
Innovation zwischen Markt und Möglichkeit
Christoph Dill, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Lumanaa, richtet den Blick stärker auf den Unternehmensalltag. Sein Ausgangspunkt: Eine Erfindung ist noch keine Innovation. Erst wenn eine Lösung am Markt angenommen wird, entsteht wirtschaftliche Relevanz.
Unternehmen sollten deshalb Kundenprobleme und technologische Möglichkeiten zusammendenken. Dill warnt vor „Featuritis“ – neuen Funktionen, die technisch machbar sind, aber keinen erkennbaren Nutzen stiften. Auch künstliche Intelligenz ist für ihn zunächst ein Werkzeug. Ob KI tatsächlich Innovation ermöglicht, entscheidet sich am konkreten Anwendungsfall.
Als praktisches Instrument empfiehlt Dill zwei Zukunftslandkarten: eine für mögliche Veränderungen von Märkten und Kundenbedürfnissen, eine zweite für technologische Entwicklungen. Erst aus beiden Perspektiven entstehen belastbare Innovationsoptionen.
Founder Talks live in Überlingen
Ergänzt wurden die Oktober-Veröffentlichungen durch die Veranstaltungshinweise für November. Im Mittelpunkt steht „Founder Talks live“ am 5. November 2026 in Überlingen am Bodensee. Auf dem Programm stehen nachhaltige Gründung mit der Sanne Brautmodenmanufaktur und Startup-Finanzierung mit Companisto. Danach gibt es Gelegenheit zum Austausch beim Get-together.
Die November-Übersicht nennt weitere Startup- und Gründungsveranstaltungen im DACH-Raum – von Pitches und Networking bis zu Unternehmensnachfolge und Female Founders.
Alle Beiträge und Podcast-Folgen sind auf founder-talks.de abrufbar.
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
Founder Talks: Innovation und Zukunftsmut im Oktober 2026