Kappeln, 17. September 2026 – Die Fusion der Ostangler Brandgilde VVaG mit der Schwarzwälder Versicherung ist vollzogen. Damit hat die Ostangler innerhalb von zwei Jahren bereits den zweiten Zusammenschluss mit einem Versicherungsverein erfolgreich abgeschlossen. 2025 war die LSH Versicherung VVaG in die Ostangler Brandgilde integriert worden. Nach den beiden Fusionen ist der Versicherungsverein wirtschaftlich und organisatorisch gut aufgestellt und erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum von weit über fünf Prozent. Gleichzeitig sieht die Ostangler steigende Reparaturkosten als zunehmende Herausforderung für die Versicherungswirtschaft und fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für das Handwerk.
Die Schwarzwälder Versicherung ist nun als Versicherer in die Ostangler Brandgilde mit Sitz in Kappeln integriert, tritt jedoch weiterhin als Assekuradeur unter der bisherigen Marke am Markt auf. Auch der Standort in Villingen-Schwenningen und der Mitarbeiterstamm bleiben erhalten. Für Versicherungsnehmer ändert sich durch die Fusion nichts: Bestehende Verträge behalten unverändert ihre Gültigkeit.
Bereits seit rund 15 Jahren arbeiten die Ostangler Brandgilde und die Schwarzwälder Versicherung eng zusammen. Mit der Fusion werden nun auch Verwaltungsprozesse und Strukturen zusammengeführt. Controlling, Verwaltung und IT werden stärker aufeinander abgestimmt und doppelte Strukturen vermieden. Die Datenbestände befinden sich aktuell in der Migration.
„Zwei Fusionen innerhalb von zwei Jahren sind für einen mittelständischen Versicherungsverein eine große organisatorische Aufgabe. Umso wichtiger ist für uns das Ergebnis: Wir haben stabile Strukturen geschaffen und uns wirtschaftlich weiter gestärkt. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Wachstum von weit über fünf Prozent“, erklärt Jens-Uwe Rohwer, Vorstandsvorsitzender der Ostangler Brandgilde.
Mit der Schwarzwälder Versicherung setzt die Ostangler den Weg fort, den sie 2025 mit der Fusion mit der LSH Versicherung eingeschlagen hat. Auch die LSH tritt weiterhin als Assekuradeur mit eigener Marke und eigenem Produktportfolio am Markt auf. Zentrale Strukturen und Prozesse wurden innerhalb der Ostangler Brandgilde zusammengeführt.
Wachstum trifft auf steigende Reparaturkosten
Die positive Entwicklung vollzieht sich allerdings in einem Umfeld deutlich steigender Kosten in der Schadenregulierung. Haupttreiber des Kostendrucks ist aus Sicht der Ostangler dabei nicht die Schadenhäufigkeit, sondern die stark gestiegenen Reparaturkosten. „Hagel, Starkregen und andere Naturereignisse belasten natürlich auch unsere Bilanz. Der deutlich größere Kostentreiber sind derzeit aber die Reparaturen“, sagt Jens-Uwe Rohwer. „Löhne und Material sind erheblich teurer geworden, bei Abbruch- und Aufräumarbeiten haben sich die Kosten teilweise mehr als verdoppelt.
Den Kostendruck über niedrigere Vergütungen für Handwerksbetriebe aufzufangen, hält Rohwer für den falschen Weg. Die Ostangler lehnt es ab, Handwerksbetriebe über Pauschalen oder Rahmenverträge zu nicht auskömmlichen Konditionen zu drängen. Je nach Gewerk hält der Versicherungsverein Stundensätze zwischen 70 und 100 Euro für angemessen. Gleichzeitig trennt sich die Ostangler von Betrieben, die dauerhaft deutlich darüber liegen.
„Gute handwerkliche Arbeit muss fair bezahlt werden. Wir können nicht über faire Lieferketten und Arbeitsbedingungen sprechen und gleichzeitig heimische Handwerksbetriebe beim Preis immer weiter unter Druck setzen“, betont Rohwer. „Wenn Versicherungsprämien langfristig bezahlbar bleiben sollen, müssen wir deshalb an anderen Stellen ansetzen.“
Weniger Bürokratie für bezahlbare Reparaturen
Handlungsbedarf sieht die Ostangler insbesondere bei den Rahmenbedingungen für das Handwerk. Zunehmende formale und administrative Vorgaben rund um Baustellen verursachen aus Sicht des Versicherungsvereins zusätzlichen Aufwand. Hinzu kommen hohe Energie- und Verwaltungskosten. Weniger Bürokratie und Formalismus sowie größere Handlungsspielräume für die Betriebe könnten dazu beitragen, die Kostenspirale zu bremsen.
„Sicherheit auf Baustellen ist unverzichtbar. Bei manchen Vorgaben wird aus unserer Sicht inzwischen aber über das Ziel hinausgeschossen“, sagt Rohwer. „Hier sehen wir auch die Politik in der Verantwortung. Das Handwerk braucht weniger Bürokratie, größere Handlungsspielräume und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die faire Bezahlung und bezahlbare Reparaturen ermöglichen. Nur so können letztlich auch Versicherungsprämien bezahlbar bleiben.“
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
Ostangler Brandgilde und Schwarzwälder Versicherung haben Fusion vollzogen